Der Verbund

Seinen Ursprung hat der Verbund Zukunft Bauen in der Gründung des Vereins Zukunft Bauen e.V. im Jahr 1985.

Mit einem konstruktiven Konzept begannen im West-Berlin der 80er Jahre junge und enthusiastische Pädagog*innen, Psycholog*innen und Handwerker*innen existentielle Verbesserungen für gesellschaftlich benachteiligte Jugendliche zu bewirken:
Als Jugendselbsthilfeprojekte sanierten die Gründer*innen des Vereins mit jungen Schulabbrecher*innen mehrere Häuser im Wedding. Sie setzten damit Häuserleerstand, Jugendarbeitslosigkeit sowie veralteten Erziehungs- und Jugendhilfeformen eine sozial-und wohnungspolitisch neue wie erfolgreiche Idee entgegen.

Konkret bedeutete das: Jugendliche und junge Erwachsene ohne Schulabschluss und mit „Jugendhilfekarrieren“ sanierten unter handwerklicher und sozialpädagogischer Anleitung über drei Jahre hinweg ein mehrgeschossiges Mietshaus im Wedding. Die Mitwirkenden erwarben dabei handwerkliche Kenntnisse, durch die sie sich eigenhändig langjährig gesicherte und preisgünstige Wohnungen schufen. Dank neuer Perspektiven konnten sich viele von Ihnen persönlich stabilisieren. Dieses Jugendselbsthilfekonzept, getragen vom damaligen Programm der baulichen Selbsthilfe, hatte sich bewährt. Deshalb folgten bis Mitte der 1990-er Jahre vier weitere Häusersanierungen mit Jugendlichen.

 


Die bauliche Selbsthilfe war auch der Auftakt zur Gründung einer Jugendberufshilfe-Gesellschaft – der Zukunftsbau GmbH.

Seit 1986 widmet sich die Zukunftsbau GmbH, Jugendhilfeträger und anerkannter Ausbildungsbetrieb, der ganzheitlichen und arbeitsmarktintegrierten Ausbildung und individuellen Förderung von benachteiligten jungen Menschen und Langzeitarbeitslosen.

Mit der Wende trugen die Mitarbeiter*innen des Zukunft Bauen e.V. und der Zukunftsbau GmbH ihre Ideen, Visionen und konzeptionellen Ansätze auch in den Ostteil Berlins. Mit motivierten Pädagog*innen konnten auch dort veraltete Kinder- und Jugendheime aufgelöst bzw. strukturell und fachlich modernisiert und zudem neue Jugendhilfeangebote etabliert werden.

 


Für Jugendliche, die im eigenständigen Wohnen individuelle Unterstützung brauchen, entstand 1995 das „betreute Einzelwohnen“ in Prenzlauer Berg. Die Motivation, auf unterschiedliche Bedürfnisse und Problemlagen spezifisch einzugehen, war und blieb groß. Schnell war deshalb klar, dass die Angebote im Bereich Erziehungs- und Jugendhilfe weiter ausgebaut werden sollten. Ein eigener Jugendhilfeträger, die casablanca gGmbH, wurde 1995 gegründet.

Die Einrichtungen, Hilfen und Angebote entstanden jeweils aus der Erfahrung mit den Jugendhilfezielgruppen und deren breitem Bedarf an persönlicher, bildungsbezogener und familiärer Unterstützung.

 


Der Zukunft Bauen e.V. selbst hat mehrfach veraltete Einrichtungen stationärer Jugendhilfe in dezentral-stadtteilnah betreute Wohnformen umgewandelt. Heute ist der Verein noch Träger eines betreuten Wohnprojektes für junge Mütter und Kinder, er unterstützt Frauen die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind mit Beratung und Zufluchtswohnungen. In einem weiteren Angebot bekommen Kinder von jungen Alleinerziehenden in prekären Lebenssituationen einen Paten oder eine Patin zur Seite gestellt.

 



Die aktuell größte Neuerung im Trägerverbund ist der Aufbau von Kindertagesstätten mit viel Raum zur individuellen Entfaltung und Sinnesentwicklung. Dafür wurde 2016 eine eigene Trägergesellschaft als Tochter der casablanca gGmbH gegründet. Die casa bambini GmbH bietet derzeit 202 Plätze für Kinder, weitere Kitas sollen folgen.

 


Das gemeinsame Ziel aller Verbundsmitglieder ist es, für Kinder, Jugendliche und Familien (verschiedener Familienformen) in belasteten Lebenslagen individuelle Unterstützung und Perspektiven zu bieten.

Gemeinsame Ziele

  • Verbesserung der Lebenssituation sozial und beruflich benachteiligter Bevölkerungsgruppen und Einzelpersonen
  • Langfristige persönliche, soziale und berufliche Stabilisierung der Individuen und ihre umfassende gesellschaftliche Integration und Teilhabe
  • Stärkung und Veränderung von Stadtteilstrukturen
  • Entwicklung und Stärkung von Selbsthilfepotentialen
  • Aufwertung der sozialen Infrastruktur

 

Die Organisationen des Verbundes Zukunft Bauen sind selbstständige Träger, die fachlich und organisatorisch kooperieren. Eine über Jahre gut gewachsene Verbundstruktur im Trägernetzwerk ermöglicht gegenseitige Unterstützung und Synergien.

Organisationsprinzipien

  • Synergieeffekte durch Kooperation
  • Vernetzung und Flexibilität bei der Realisierung der gemeinsamen Ziele
  • regionale Einbindung
  • gemeinsame Qualitätsmaßnahmen